Handlungsorientierter Unterricht als modernes Konzept
Im Zusammenhang mit modernen didaktischen Konzepten fällt auch immer wieder das Schlagwort „handlungsorientierter Unterricht“. Dieser handlungsorientierte Unterricht ist Bestandteil einer ganzen Bewegung, nämlich der des Konstruktivismus, der unter anderem auf Pestalozzi und Piaget zurückgeht. Erste Bestrebungen für handlungsorientiertes Lernen gab es demzufolge schon im Zuge der Reformpädagogik des späten 19. Jahrhunderts. Wurde diese Methodik jedoch lange Zeit vor allem Sonder- und Privatschulen eingesetzt, so wird sie immer mehr zum Konsens und immer häufiger an Regelschulen zur Anwendung gebracht.
Weiterführende Links:
Handlungsorientierter Unterricht im Lernfeldkontext
Anregungen und Hilfestellungen zu Methoden,Sozialformen, speziellen Unterrichtskonzepten.
Wikipedia Eintrag
Der Wikipedia Eintrag über den Handlungsorientierten Unterricht.
Umfangreiche Gliederung
Sehr ausführliche Gliederung zum Thema. Beantwortet viele Fragen zur Unterrichtsform.
Handlungsorientierter Unterricht - Definition
Ausführliche Definierung des Handlungsorientierten Unterrichts mit kurzem Überblick der Vor- und Nachteile.
Empfehlung der Redaktion
Weiterführende Quelle zum Thema
Handlungsorientierter Unterricht: Definition
Die Definition des handlungsorientierten Unterrichts beinhaltet ein Zusammenspiel, das kognitives, affektives und psychomotorisches Lernen miteinander vereint. Immer wieder wird dabei das Lernen mit „Herz, Hirn und Hand“ nach Pestalozzi zitiert. Gearbeitet wird bei diesem Konzept dabei mit einer induktiven Methode des Lernens und Lehrens. Die Methoden gehen dabei davon aus, dass die Realität vom Menschen nur wahrgenommen werden kann, wenn er sie mit seinen Sinnesorganen erfährt. Diese Annahme wird in den Unterricht eingebunden und als ein Lernen umgesetzt, bei dem die Kinder selbst aktiv werden müssen. Dabei gibt es verschiedene Orientierungsschwerpunkte, an denen sich die jeweiligen Methoden orientieren. Zentral beim handlungsorientierten Unterricht ist zudem die Annahme, dass es keine einzige wahre Realität gibt, die in allen Köpfen gleichermaßen empfunden werden muss, sondern dass jeder diese Realität für sich selbst erfahren muss.
Handlungsorientierter Unterricht: Induktives Lernen
Das induktive Vorgehen, das handlungsorientiertes Lernen fordert, gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst wird dabei eine konkrete Situation mit einem Beispiel geschildert oder angenommen, die dann eingeübt wird. Aus dieser Übung heraus sollen dann Gesetzmäßigkeiten oder Prinzipien abgeleitet werden können, die allgemeingültig sein sollen. Diese Methode kann in verschiedenen Fächern und in unterschiedlicher Stärke zur Anwendung gebracht werden, vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern gehen Lehrer gerne so vor.
In anderen Fächern kann die Individualität der Schüler miteinbezogen werden, so können sie zum Beispiel gefragt werden, wo ihre Interessenschwerpunkte liegen, um gemeinsam ein Unterrichtsthema zu bestimmen. Dieses Thema kann dann in Gruppen- und Projektarbeit erarbeitet und anhand von verschiedenen Präsentationsformen für alle anderen Gruppen zugänglich gemacht werden. Lernraum ist dabei nicht zwingend das Klassenzimmer, auch der Wald, ein Bauernhof und weitere ausgelagerte Plätze bieten sich als Lernstätten an. In Regelschulen kann handlungsorientierter Unterricht in der Regel jedoch nur bedingt in den Unterrichtsverlauf aufgenommen werden, da die Lehrpläne meist sehr eng gestrickt sind.